Update Juni 2020

Update der Unfallsteckkarte, Update Calendar-Chart 2020, Stand 2.7.2020.

Unfallentwicklung im Juni 

jahresgang2020

Insgesamt kamen im Juni 2020 trotz der immer weiter voranschreitenden Rückkehr zum normalen Alltagsverkehr nach dem Ende der meisten Corona-Beschränkungen nur 39 neue Einträge in die Datenbank. Im Vergleich zur Reihe der Vorjahre liegt das Juni-Ergebnis damit im Bereich der Jahre 2013-2016 und deutlich unterhalb der in den letzten drei Jahren jeweils festgestellten Zahl. Insbesondere der außergewöhnlich aktive Juni 2019 mit 72 Einträgen übersteigt den diesjährigen Wert um fast das Doppelte. Den größten Anteil am guten Abschneiden des Juni 2020 hat die stark rückläufige Anzahl an ohne fremde Beteiligung tödlich verunglückten Personen. Sie beträgt mit 11 neuen Fällen nur ein Drittel des letztjährigen Ergebnisses.

Unfälle mit KFZ

Insgesamt 26 Todesfälle mit KFZ wurden im Juni 2020 registriert, die sich je zur Hälfte auf inner- und außerörtliche Straßen verteilten. Von den außerörtlichen Opfern benutzten mit 7 mehr als die Hälfte ein Pedelec, während innerorts nur einer der Verunglückten mit elektrischer Unterstützung unterwegs war.

Es finden sich neben einem mit Mäharbeiten neben dem Radweg beschäftigten Traktor auch „Saison“-bedingt zwei Motorradfahrer unter den Unfallgegnern im Juni.

Viermal wurden im Juni Radfahrer von rechtsabbiegenden Schwerlast-LKW getötet. Am 3.6., nur wenige Wochen nach ihrer Eröffnung, gab es hierbei auch das erste Todesopfer im Zusammenhang mit den neu eingerichteten „Popup“-Radwegen in Berlin. Ich hätte nicht erwartet, dass sich die Erfahrungsregel so rasch bestätigt, wonach es auf die Bauart von Radführungen neben der Fahrbahn bei der Entstehung von Rechtsabbieger-Kollisionen nicht ankommt, solange nur der Radverkehr irgend eine bauliche oder markierte Gelegenheit erhält, rechts neben LKW-Rechtsabbieger zu gelangen. In einem weiteren Fall wurde in Freiburg eine Radfahrerin von einem rechtsabbiegenden LKW-Führer tödlich verletzt. Der Unfall geschah an exakt der gleichen Stelle, an der bereits vor vier Jahren eine junge Radfahrerin von einem rechtsabbiegenden LKW-Führer getötet wurde. Wie immer sind Polizei und Medien vollkommen ratlos, wie es bloß zu so einem schweren Unfall kommen konnte.

Nach dem ersten Fall in Mai, als ein Unfall in Warngau-Wall (3.800 Einwohner) die seit knapp einem Jahr anhaltende Pause mit Todesfällen beim Überholen innerorts beendete, fielen im Juni erneut zwei Radfahrer einem innerörtlichen Überholvorgang zum Opfer. In beiden Fällen geschah die tödliche Kollision durch Streifen während des Nebeneinanderfahrens.

Im ersten Fall fuhren zwei Pedelecfahrerinnen auf der Fahrbahn einer Hauptstraße in der norddeutschen Kleinstadt Malente (10.800 Einwohner) auf eine Fahrbahnverengung mit gleichzeitiger Fahrspur-Verschwenkung nach links zu. Der Lenker einer LKW-Zugmaschine (ohne Anhänger?) fuhr, scheinbar ohne Notiz von den Radlerinnen zu nehmen, auf der „Ideallinie“ in den Trichter ein und streifte eine der beiden, wodurch sie stürzte und so schwer verletzt wurde, dass sie Tage später verstarb. Im zweiten Fall wurde der Radfahrer in Pinneberg (43.000 Einwohner) auf einer engen Erschließungsstraße von einem PKW mit Anhänger gestreift. Da der Bürgersteig „Radfahrer frei“ ausgewiesen ist und der Unfall genau auf Höhe einer nach links abzweigenden Nebenstraße passierte, ist denkbar, dass der Radfahrer im Begriff war, dort von der Fahrbahn aus nach links abzubiegen.

Die seit mittlerweile knapp drei Jahren laufende Serie ohne jeden Überhol-Todesfall auf den Straßen von deutschen Großstädten (letzter gemeldeter Todesfall in Aachen am 17.7.2017) hat dagegen weiter Bestand.

kfz2020

Ein Gedanke zu „Update Juni 2020

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