Update März 2021

Update der Unfallsteckkarte, Update Calendar-Chart 2021, Stand 3.3.2021.

Unfallentwicklung imMärz

Die Entwicklung im März 2021 wies eine deutliche Zweiteilung auf: während der ersten zwei Drittel des Monats  war das Unfallgeschehen dank der bis dahin eher ungemütlichen Witterung sehr ereignisarm, so dass es eine Weile so aussah, als könne der Monat die Bestwerte aus dem Jahr 2013 unterbieten. Dies betrifft insbesondere Kollisionen zwischen Fahrrädern und KFZ, von denen es bis zum 20.3. nur fünf tödliche gab.

jahresgang2021_monatlich

In den letzten Monatstagen setzte sich dann allerdings endlich deutschlandweit sehr milde Luft mit frühsommerlichen Temperaturen bis teils weit über 20 Grad durch. Entsprechend aktiv wurden wohl auch Deutschlands Radfahrer, so dass sich ab dem 25.3. leider auch die tragischen Ereignisse deutlich häuften. Dass dieses saisonale Aufleben des Unfallgeschehens proportional zum zunehmenden Zweiradverkehr erfolgt und nicht auf eine wachsende spezifische Gefährdung für Radfahrer hindeutet, zeigt sich auch an der parallelen (und im Vergleich zum Radverkehr gefühlt wesentlich dramatischeren) Zunahme der schweren Kraftradunfälle während der letzten Märztage.

jahresgang2021

Knapp die Hälfte der Todesfälle (11 von 25) entfielen im März auf Alleinstürze. Es gab weder tödliche Konflikte mit dem Schienenverkehr noch Kollisionen mit Fußgängern oder anderen Radfahrern. Dank der günstig verlaufenenen ersten beiden Monate liegt das Jahr 2021 im Mittelfeld der vergangenen 9 Jahre.

Unfälle mit KFZ

Im März 2021 gab es insgesamt 14 tödliche Fahrradunfälle mit KFZ-Beteiligung, wovon jeweils die Hälfte innerhalb und außerhalb geschlossener Ortschaften passierten. Es gab vier Todesfälle mit über Radverkehrsanlagen rechtsabbiegenden LKW. Passend zum Trend der jüngeren Vergangenheit ereignete sich erneut einer davon auf einer Kreuzung im anbaufreien Freiland, außerdem war Berlin binnen weniger Tage gleich zweimal vertreten. Hiermit endete eine über vier Monate anhaltende Periode ohne tödlich verunglückte Radfahrer in der Hauptstadt.

Fünfmal führte ein Vorfahrtfehler zum Tod des Radfahrers, wobei in den vier außerörtlichen Fällen nicht überraschend eine fatale Fehleinschätzung des kreuzenden Radfahrers die Ursache war, der von der Seite kommend die schnellbefahrene Hauptstraße querte. Ebenfalls nicht ungewöhnlich ist, dass der innerörtliche Vorfahrtfehler vom KFZ-Führer begangen wurde und einen Radwegnutzer betraf.

kfz2021

Auffahrunfälle

Gleich am ersten Märztag wurde ein Radfahrer bei Hohenalsdorf in Brandenburg bei Dunkelheit durch einen Sprinter von hinten gerammt und tödlich verletzt. Am 29. und 30. März gab es je einen Auffahrunfall auf einer bayrischen Kreisstraße und im Ortsteil Rot der Doppelstadt St. Leon-Rot (6.800 Einwohner). Der letztere Unfall ist der erste derartige Vorfall innerorts im laufenden Jahr. Obwohl in der Polizeimeldung die Rede davon ist, dass der Radfahrer „beim Überholen“ verunglückt sei, spricht eigentlich alles gegen die Annahme, dass der Crash die Folge eines zwar bewussten, aber fahrlässig zu nah ausgeführten Überholmanövers gewesen ist. Die Straße am Unfallort ist ausreichend breit, das Opfer wurde nicht (z.B. mit dem Rückspiegel) gestreift und dadurch zur Seite abgewiesen, sondern mit hoher Überdeckung der Fahrzeugquerschnitte getroffen und auf die Motorhaube aufgeladen. Der Unfall fand werktags zur Mittagszeit und ohne Gegenverkehr bei Verkehrsstille statt, denn es gab (wie es bei Auffahrunfällen geradezu typisch ist…)  offenbar auch keine weiteren Zeugen.

st-leon-rot

Als wahrscheinlichste Erklärung für den Unfall kommen somit entweder „Tunnelblick“ der Autofahrerin oder ein plötzliches unangekündigtes Linksabbiegen des Radfahrers in Frage. Die Unfallstelle liegt jedenfalls im Bereich einer Einmündung von links.

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