Update August 2021

Update der Unfallsteckkarte, Update Calendar-Chart 2021, Stand 1.9.2021.

Unfallentwicklung im Juli

Im August 2021 wurde in der Presse und Polizeiberichten über insgesamt 32 neue Todesfälle mit Fahrradbeteiligung berichtet. Damit folgt der diesjährige August dem günstigen Trend des bisherigen Jahresverlaufes, da dieser Wert den bisher niedrigsten Augustwert aus dem Jahr 2014 einstellt und damit zum fünften Mal in acht Monaten ein Bestwert gebrochen oder eingestellt wird. 

Jahresgang2021_monatlich

Neben einer allgemein verbesserten Verkehrssicherheitslage und für den Radverkehr spezifisch „Safety in Numbers“ hat sicherlich auch das wenig radfahrfreundliche Wetter im abgelaufenen Monat zur Entwicklung beigetragen. Der August 2021 war deutschlandweit ungewöhnlich kalt und überdurchschnittlich feucht.

jahresgang2021

Wie im Jui resultierte gut ein Drittel der registrierten Todesfälle (13 von 32) aus Stürzen, bei denen die Verunglückten offensichtlich ohne Fremdbeteiligung zu Tode kamen. Gleich vier Radler wurden darüber hinaus an Bahnübergängen von durchfahrenden Zügen getötet, wobei in einem Fall das Opfer offenbar auf den Schienen lag und bei möglicherweise noch geöffneter Schranke aus ungeklärter Ursache zuvor gestürzt war. Bei einer weiteren Meldung aus einem Dorf bei Anklam gibt es weder die sonst meist übliche Redundanz auf mehreren News-Plattformen, noch Angaben zu Hergang und Ursache. Hier ist unklar, ob die spärlichen Informationen ihre Ursache im Schauplatz mitten im nachrichtentechnischen Niemandsland von Mecklenburg-Vorpommern haben, oder ob hier die Zurückhaltung bei der Berichterstattung aus der Sorge vor Nachahmern bei einem Schienensuizid resultiert. 

Unfälle mit KFZ

Im August 2021 ereigneten sich nur 15 tödliche Unfälle unter Beteiligung von Kraftfahrzeugen, darunter 11 tödliche Kollisionen mit PKW, 2 mit Schwerlast-LKW sowie 2 mit Transportern unter 3,5 Tonnen.

kfz2021_typen

Dem jüngeren allgemeinen Trend folgend, lagen die Unfallorte mehrheitlich (9:6) außerorts, so dass die überaus günstige Entwicklung bei den innerörtlichen Todesfällen mit KFZ-Beteiligung auch im August 2021 ungebrochen anhält. Unter den nur 6 innerörtlichen Einträgen befinden sich diesmal ein Radweg-Rechtsabbiegerunfall mit einem Groß-LKW, ein Fall von Dooring (Fahrerseite), ein „Freak Accident“ (Ohnmachtsanfall eines PKW-Lenkers), eine gescheiterte Fahrbahnquerung (Kind unter 8 Jahren fährt vom Gehweg aus über Zebrastreifen) und ein 90°-Unfall auf einer ampelgeregelten Kreuzung in Nürnberg (Radfahrer vom Radweg aus von rechts, Transporter von links).

Der sechste Unfall schließlich resultierte aus einer Streif-Kollision zwischen PKW und Radfahrer im Zuge eines Spurwechsels im Längsverkehr, der von einem auf der Fahrbahn parkenden PKW ausgelöst wurde. Hier ist allerdings vorläufig noch unklar, ob der Tod des augenscheinlich nur leichtverletzten Radfahrers einige Tage nach der Kollision auch wirklich durch den Sturz bedingt war. 

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Im außerörtlichen Freiland dominierten im August ausnahmsweise Auffahrunfälle zwischen Radfahrern auf der Fahrbahn und schnellen KFZ in gleicher Fahrtrichtung. Hier gab es binnen 18 Tagen eine schwarze Serie von gleich 5 solcher Todesfällen. Derartige Cluster von mehreren dicht aufeinanderfolgenden Auffahrunfällen sind in der Vergangenheit bereits öfter aufgetreten, waren aber ebenso regelmäßig nur eine vorübergehende Erscheinung. Wie bei allen anderen Unfallarten auch, bleibt das Jahr 2021 insgesamt auch bei den Ramm-/Streifunfällen mit bislang 14 solcher Unfälle aber unterdurchschnittlich aktiv.

Nach den erkennbaren Schadbildern auf den veröffentlichten Fotos der beteiligten KFZ und Fahrräder bzw. nach dem Wortlaut der Meldungen zu urteilen, handelte es sich in allen 5 Fällen um Kollisionen mit vollständiger oder zumindest sehr weitgehender Überdeckung der Fahrzeugquerschnitte, und damit auch nicht um die Folge einer (fahrradspezifischen) fahrlässigen oder vorsätzlichen Unterschreitung des außerorts per StVO vorgeschriebenen Mindestabstandes von 2 m. Vielmehr dürfte der fatale Zusammenstoß die Auswirkung einer  (gemeingefährlichen) Kombination aus schnellem Fahren und unzureichender Aufmerksamkeit auf das Verkehrsgeschehen voraus gewesen sein, für deren Bekämpfung die weitere Entschleunigung des außerörtlichen Verkehrs dringend erforderlich ist, aber Radwegebau ebensowenig notwendig wie hinreichend wäre.

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