Update November 2021

Update der Unfallsteckkarte, Update Calendar-Chart 2021, Stand 1.12.2021.

Unfallentwicklung im November

Für den November 2021 wurden insgesamt 17 neue Einträge in die Datenbank vorgenommen. Darüber hinaus gab es diesmal gleich vier Nachmeldungen zu Unfällen, die zwar bereits im Oktober stattfanden, jedoch die Opfer erst im November binnen der gesetzlichen Frist von 30 Tagen nachträglich im Krankenhaus verstorben waren.

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Aufgrund der unterdurchschnittlichen Anzahl von Todesfällen mit KFZ-Beteiligung innerorts (5 Fälle) und der ebenfalls erneut nur wenigen fatalen Alleinunfälle (4 Fälle) ist das November-Ergebnis vorerst exakt auf dem Niveau des Vergleichsmonats von 2013, obwohl seinerzeit wettertechnisch weit ungünstigere Fahrradbedingungen vorherrschten, und damit einhergehend wohl auch eine viel stärkere saisonale Einschränkung im Radverkehr geherrscht haben dürfte. In den Jahren 2015 und 2017 betrug die Opferzahl im November hingegen jeweils mehr als das Doppelte des diesjährigen Wertes.

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Unfälle mit KFZ

Im November 2021 ereigneten sich nur 12 tödliche Unfälle von Radfahrern unter Beteiligung von Kraftfahrzeugen.  Hinzu kommt ein weiterer Fall, wo der nominelle Unfallgegner zwar als „Fußgänger“ registriert wurde, aber die tödlichen Verletzungen wohl letztlich daraus resultierten, dass der Radfahrer durch die Kollision mit dem Fußgänger die Kontrolle verlor und vom Hochbord auf die Fahrbahn stürzte, wo er von einem in diesem Augenblick vorbeifahrenden Transporter überrollt wurde. 

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Nur 5 der 12 tödlichen Radunfälle mit KFZ-Beteiligung ereigneten sich innerorts. Damit ist nunmehr in der automatischen Einfärbung durch Excel eine vollständige Serie von 12 Monaten innerorts im „grünen Bereich“ angesiedelt. In der Summe wirkt sich diese günstige Folge dahingehend aus, dass deutlich weniger als die Hälfte des bis dato besten Jahreswertes für den Bereich Januar bis November zu Buche stehen (74 in 2021 vs 134 aus 2013). Bemerkenswerterweise ist dieser positive Trend auch nach der weitgehenden Rückkehr zur aus Vor-Pandemiezeiten gewohnten Mobilitätsintensität stabil. Die gute Entwicklung erstreckt sich auf alle wichtigen Unfallszenarien gleichermaßen, so dass man vorerst keine spezifischen Effekte infolge der im Laufe des Jahres in Kraft getretenen neuen StVO-Regeln annehmen kann (zB Abbiegen für LKW nur im Schritttempo).

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Drei tödliche Auffahrunfälle im November

Angesichts der insgesamt nur sehr wenigen KFZ-Todesfälle wirkt der Umstand, dass es im November gleich 3 tödliche Auffahrunfälle binnen Monatsfrist gab, wie eine Widerlegung der Kernaussage dieses Blogs („Fahrbahnradeln ist ungefährlich“). Gleichwohl ist selbst dieser ungewöhnliche statistische Ausreißer bei weitem nicht hinreichend dafür, dass sich aufs ganze Jahr gesehen eine besorgniserregende Zunahme der Überholunfälle diagnostizieren ließe. Vielmehr fügen sich ganz im Gegenteil auch die gelb eingefärbten Anteile in der obigen Abbildung, die den Anteil der Ramm-/Streifunfälle repräsentieren, unauffällig ins günstige Gesamtbild ein.

Alle drei Auffahrunfälle passierten, wie für dieses Szenario typisch, bei ungünstigen Lichtverhältnissen, Verkehrsstille und außerhalb des turbulenten Innenstadtverkehrs. Zweimal lag dabei der Unfallort gänzlich im Freiland, und die beiden auffahrenden Kraftfahrzeugführer fuhren in Anbetracht der Blendung durch die frontal tiefstehende Sonne offensichtlich viel zu schnell. Der dritte Fall frühmorgens geschah bei vollständiger Dunkelheit und formal innerorts. Der Unfallort liegt allerdings im erweiterten Ortseingangsbereich von Langenfeld. Angaben von Augenzeugen zufolge fuhr auch diese Autofahrerin wohl für die Verhältnisse viel zu schnell und soll darüber hinaus in Schlangenlinien unterwegs gewesen sein. Nach den veröffentlichten Details gibt es somit keinen Anlass für den Verdacht, dass es sich auch nur bei einem der drei Fälle um ein bewusst durchgeführtes Überholmanöver mit vorsätzlich zu niedrig gewähltem Seitenabstand gehandelt haben könnte. Vielmehr ist in allen drei Fällen davon auszugehen, dass die Auffahrer ihre Opfer gar nicht erst wahrnahmen und diese quasi im „Blindflug“ von der Straße gerammt haben. So selten, wie ein solcher Unfallhergang auf deutschen Straßen stattfindet, so wenig ist er durch Appelle, Überwachung und Sanktionen für größere Seitenabstände beim bewussten Überholen zu verhindern. Wen man gar nicht erst sieht, zu dem kann man auch keine größeren Abstände anpeilen. Dieses Unfallszenario ist aus dem gleichen Grund auch nicht dadurch bedingt, dass die Opfer ein muskelbetriebenes Zweirad mit schwankender Fahrlinie führten. Wer Radfahrer auf der Fahrbahn komplett übersieht, der hätte auch in einer alternativen Welt, in der das Fahrrad nie erfunden worden wäre oder in der dank perfekter Radwege nirgendwo Fahrräder auf der Fahrbahn führen, nichts auf der Straße verloren. Die einzige effektive Gegenmaßnahme gegen das von solchen Blindfliegern ausgehende allgemeine Risiko ist eine weitere allgemeine Entschleunigung des Kraftverkehrs.

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