Update August 2022

Update der Unfallsteckkarte, Update Calendar-Chart 2022, Stand 1.9.2022.

Unfallentwicklung im August 2022

Im August 2022 gab es 59 neue Einträge in der Datenbank. Nach dem Mai 2022 stellt damit auch der August einen im Vergleich zum langjährigen Mittel deutlich hyperaktiven Jahresmonat dar. Lediglich in 2016 und 2019 ware mit 60 bzw. 67 Opfern mehr Fälle zu verzeichnen.

Jahresgang2022_monatlich

Bei der differenzierten Analyse des Jahresgangs bestätigt das aus den Vormonaten gewohnte Bild: überdurchschnittlich vielen Unfälle ohne weitere Beteiligte (30 von 59) stehen auch im August mittelmäßige Werte bei außerörtlichen bzw sehr niedrige Zahlen bei innerörtlichen Unfällen mit KFZ-Beteiligung gegenüber.

monatstorte

Anmerkung: Durch stehende Fahrzeuge induzierte Stürze werden als Typ „solo“ registriert, erhalten aber dennoch in der Datenbank das Gegner-Merkmal „KFZ“ bzw. „Fahrrad“. Im August gab es jeweils einen solchen Fall mit einem anderen Radfahrer bzw. einem stehenden PKW. Infolgedessen kommt es im August zu geringfügigen Abweichungen zwischen den einzelnen Angaben in den gezeigten Diagrammen und Tabellen.

Drei Radfahrer verunglückten im August nach Stürzen unter Beteiligung von anderen Radfahrern tödlich. Ein Radfahrer erlag an einem unbeschrankten Bahnübergang mit Drängelgitter seinen Verletzungen.

jahresgang2022

Unfälle mit KFZ

Im August 2022 starben 23 Menschen nach Kollision mit fahrenden KFZ. Neben 14 Kollisionen mit PKW gab es 7 mit LKW sowie je 1 Zusammenstoß zwischen Rennradler und Traktor auf einem Feldweg und zurücksetzendem Bagger und radelndem Vorschulkind innerhalb eines gesperrten Baustellenbereiches. Eine Radfahrerin starb darüber hinaus infolge der Kollision mit der an einem Taxistand und durch einen Taxifahrer in den Radfahrstreifen aufgestoßenen Fahrertüre. Ein Radler schließlich stürzte tödlich, nachdem er bergab fahrend die Kontrolle verlor und mit der Seite eines im Zuge eines Rangiervorganges am linken Fahrbahnrand wartenden PKW zusammenstieß.

kfz2022

Nach der, Auffahrunfälle bzw. Rechtsabbieger-Unfälle betreffend, bislang sehr erfreulichen ersten Jahreshälfte gab es im August in beiden Rubriken jeweils gleich mehrere neue Einträge zu vermerken.

kfz2022_typen

Dreimal starben Radfahrer beim Versuch, geradeaus eine Kreuzung zu passieren, während links neben ihnen ein LKW rechts abbog und sie dabei überrollte. Damit erhöht sich die Jahresbilanz von 6 auf -immer noch relativ wenige- 9 solcher Vorfälle. Einer der drei Fälle bildet dabei in zweierlei Hinsicht eine Ausnahme vom gewohnten Bild: erstens liegt der Unfallort außerorts, und zweitens war am Geschehen diesmal ausnahmsweise weder eine Radwegfurt noch eine Ampelanlage beteiligt. Vielmehr scheint der Radfahrer versucht zu haben, bei Stau auf der Hauptstraße einen wartenden LKW mit Anhänger in der Nebenstraße auf der Fahrbahn rechts zu überholen, um dann an der Kreuzung geradeaus auf den jenseits der Hauptstraße liegenden Einseiten-Zweirichtungsradweg aufzufahren. Leider fuhr der LKW-Fahrer genau in diesem Augenblick im Stop&Go wieder an und erfasste den neben ihm befindlichen Radler. 

Binnen nur 15 Tagen ereigneten sich zudem in der ersten Monatshälfte gleich 5 Auffahrunfälle zwischen Radfahrern und von hinten auflaufenden schnelleren KFZ. Entsprechend dem bekannten Muster passierten alle Auffahrunfälle auf außerörtlichen Straßen, wobei drei davon bei völliger Dunkelheit geschahen und in einem weiteren Fall die Kollision durch Schlagschatten aufgrund der im Wald frontal stehenden Sonne begünstigt worden sein dürfte. Bei der einzigen Streifkollision unter den fünf Fällen mit einem überholenden LKW in Oestinghausen könnte ein Linksabbiegemanöver des Opfers mitbeteiligt gewesen sein. Die in der Tagespresse veröffentlichten Bilder zeigen jedenfalls anhand der markierten Bremsspuren, dass der LKW offensichtlich noch versucht hatte, dem (möglicherweise auf den links liegenden Zweirichtungs-Radweg abbiegenden?) Pedelecfahrer durch einen extrem starken Linksschwenk nach links auszuweichen. Das in den Aufnahmen abgebildete Fahrrad ist augenscheinlich unbeschädigt.

Einen der Auffahrunfall-Schauplätze konnte ich dank der Nähe zu meinem Wohnort persönlich in Augenschein nehmen. Die auch noch nach mehreren Tagen deutlich vorhandenen Spuren der Unfallaufnahme weisen hier darauf hin, dass der PKW der Unfallverursacherin auf der kilometerweit geradeaus führenden Straße im Dunkeln ungebremst und ohne Lenkbewegung den ca. 30 cm links der Seitenmarkierung fahrenden Radler voll getroffen haben muss.

k-2022-08-27 12-26-29

Durch die Wucht des Anpralls wurde er und sein Fahrrad mehrere Meter nach vorne abgewiesen und durch die Luft geworfen. Das Fahrrad zerbrach dabei in mehrere Teile. Insgesamt bestätigt das Schadbild den Befund, dass tödliche Auffahrunfälle in aller Regel keine Folge von fahrlässig oder vorsätzlich unterschrittenen Vorgaben des vorgeschriebenen Sicherheitsabstandes sind, sondern auf vollständiger Nicht-Wahrnehmung des Opfers beruhen.

 

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