Warum ist die Analyse gerade der tödlichen Unfälle sinnvoll?

Tödliche Unfälle sind seltene Ereignisse

 Jährlich werden republikweit allein ca. 70.000 Fälle mit verletzten Radfahrern polizeilich erfasst. Selbst die Beschränkung auf Unfälle nur mit Schwerverletzten (ca. 13.000 p.a.) wäre für eine private Untersuchung auch dann noch unpraktikabel, wenn alle diese Fälle öffentlich bekannt werden würden. Die Erfassung von im Mittel einem tödlichen Unfall pro Tag ist dagegen durchaus „nebenher“ zu bewältigen.

 Bei Unfällen mit tödlichem Ausgang gibt es keine Dunkelziffer

 Während Bagatellunfälle oftmals unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden und in vielen Fällen nicht einmal der Polizei gemeldet werden, besteht an Verkehrsunfällen mit schwerem Ausgang größtes öffentliches Interesse. Die Medien wollen die Schaulust des Publikums bedienen, während die Polizei hier ein besonderes Interesse an der Ursachenforschung und der Aufklärung der Schuldverteilung hat. Ebenso soll die umfassende Berichterstattung über besonders schwere Vorfälle sicherlich auch durch Abschreckung verkehrserzieherisch auf die Bürger einwirken.

 Tödliche Unfälle sind relevant

 Die Vermeidung von schwersten oder tödlichen Unfällen ist das höchste Ziel der Verkehrssicherheit. Auch ein Bagatellunfall ist immer ein Ärgernis, aber für mein eigenes Verhalten und für die Erwartungen, die ich an das Benehmen anderer Leute habe, hat das Abwenden von besonders schweren Vorfällen, die zum Tod oder zu bleibenden Beeinträchtigungen führen können, gewiss die größte Priorität. 

 Tödliche Unfälle sind repräsentativ

 In der vorliegenden Untersuchung geht es um die Abschätzung des Risikos eines Auffahr- und Streifunfalles durch überholende KFZ. Die Sammlung wurde in der Überzeugung angefertigt, dass die Anteile dieses Unfalltyps an den tödlichen Unfällen jedenfalls nicht kleiner sind als dies jeweils bei Unfällen mit Leicht- und insbesondere Schwerverletzten der Fall wäre. Für diesen Ansatz spricht erstens die aufmerksame Beobachtung der Tagespresse. Es gibt zwar jede Menge Berichte über Fahrradunfälle mit Verletzten, aber Unfälle vom Typ „Auffahren oder Streifen von hinten“ sind auch hierbei die absolute Ausnahme. Zweitens unterstützt auch das Ergebnis der Untersuchung von Cross & Fisher (USA, 1977) das hier gewählte Vorgehen.

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