Radwege dienen dem Komfort des Kraftverkehrs. Aus Gründen der Verkehrssicherheit sind sie überflüssig.

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Man muss als Radfahrer nicht um sein Leben oder seine Gesundheit fürchten, wenn man mit hoher Geschwindigkeit auf der Landstraße oder im dichtesten städtischen Verkehrsgewühl von Autos überholt wird. Schwere Fahrradunfälle mit überholenden KFZ sind extrem seltene (und damit extrem unwahrscheinliche) Einzelfälle, die sich ohne Zusammenhang mit der Verkehrsdichte wahllos auf das riesige deutsche Straßennetz verteilen.

Es gibt keine speziellen Todesstrecken, auf denen es nur eine Frage der Zeit ist, bis dass ein Radfahrer mangels Radweg von der Fahrbahn gerammt wird. Es gibt erst recht kein systematisch erhöhtes Risiko in der gesamten Fläche, dass überholende KFZ Radfahrer von der Straße rammen würden.

Wer immer Ihnen eines dieser sehr seltenen Unfallereignisse als Beweis für die Notwendigkeit von Radwegen im Allgemeinen bzw. eines Radweges an einer ganz bestimmten Strecke im Besondern verkaufen will, argumentiert nach der unseriösen Statistik-Methode des „Texanischen Scharfschützen“: also irgendwo aufs Scheunentor ballern, und -nachdem sich der Pulverdampf verzogen hat- einfach eine schöne passende Zielscheibe rings um den Einschlag malen – Volltreffer!…

Ob Landstraße oder in Städten wie Stuttgart, Frankfurt, München, Berlin oder Köln: wer sein Rad so beherrscht, dass er sicher geradeausfahren kann, der kann sich auch überall jederzeit ohne besondere Fahrradinfrastruktur aufs Rad schwingen und unbedenklich einfach losradeln. Wer dagegen über diese Fertigkeit noch nicht/nicht mehr verfügt, der wird auch und gerade mit den vielfältigen Herausforderungen von Radverkehrsanlagen (wie z.B. Toter-Winkel/KFZ-Rechtsabbieger oder vermehrt notwendigen Fahrbahnüberquerungen) schnell überfordert sein. Radverkehrsanlagen sind kein geschütztes Biotop für rad- oder autofahrerische Inkompetenz, wie es die Unfallerfassung immer wieder zeigt.

5 Gedanken zu „Radwege dienen dem Komfort des Kraftverkehrs. Aus Gründen der Verkehrssicherheit sind sie überflüssig.

  1. velocityst

    Hi,

    zu „Wegen der prinzipiellen Unvorhersehbarkeit eines künftigen Unfallortes wäre für eine spürbare Senkung der Zahl der Überhol-Unfälle eine nahezu vollständige Ausstattung des ca. 200.000 km umfassenden derzeit noch radwegfreien Teils unseres Straßennetzes mit entsprechenden Wegen erforderlich. Dieser große Wurf ist aber bei Baukosten von ca. 250 Euro pro laufendem Meter Radweg weder wirtschaftlich machbar, noch angesichts der geringen Fallzahlen sachlich überhaupt nötig. Zur Steigerung der Radfahrersicherheit sind allgemeine Maßnahmen zur Verbesserung der allgemeinen Verkehrssicherheit (Entschleunigung, Alkohol-/Drogen-/Smartphone-Kontrollen) vollkommen ausreichend, von denen dann im Übrigen auch Fußgänger ebenso wie Kraftrad- oder Autofahrer ebenfalls profitieren würden.“:

    Sie argumentieren, dass eine vollständige Ausstattung nicht sinnvoll wäre – das verlangt jedoch auch niemand.
    Dass ein gutes Netz aus modernen Radverkehrsanlagen hingegen Unfälle verhindern würde, verschweigen Sie leider.
    Damit ist Ihre Analyse zwar statistisch wertvoll, die gezogenen Schlüsse kommen jedoch leider viel zu kurz.

    Gefällt 2 Personen

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    1. radunfaelle Autor

      Längsverkehrsunfälle sind gottlob so seltene Ereignisse, dass der Nutzen einer konkreten Radverkehrsanlage eben auf einer bestimmten einzelnen Straße nicht viel über Null liegt.
      Die Wahrscheinlichkeit, im Lotto 6 Richtige zu erzielen, ist irrsinnig winzig. Um die statistische Wahrscheinlichkeit für einen Volltreffer bei der kommenden Ziehung spürbar steigen zu lassen, muss man zwingend entsprechend viele Tippscheine spielen.

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    2. spreehertie

      Servus velocityst,

      „Dass ein gutes Netz aus modernen Radverkehrsanlagen hingegen Unfälle verhindern würde, verschweigen Sie leider.“
      Was macht eine moderne Radverkehrsanlage aus? Wie sieht diese aus? Wo kann man so eine heute schon bewundern?
      Mir sind überwiegend, egal ob modern oder nicht, nur Radwege mit vielen gefährlichen Stellen bekannt. Selbst neu angelegte, also sozusagen moderne, Radwege zeichnen sich meistens dadurch aus, daß sie die Radfahrer in scheinbarer Sicherheit wiegen.
      Die Hauptaufgabe von Radwegen ist ja auch, den Kraftfahrern eine freie Fahrt zu ermöglichen ( https://www.adfc-nrw.de/projekte/still-leben-a40/das-laengste-fahrradmuseum-der-welt/station-3-geschichte-der-radwege/geschichte-der-radwege.html ), wenn sich deren Automobile denn nicht häufig gegenseitig im Wege stehen.

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      1. velocityst

        wie gute Radwege aussehen lässt sich beispielsweise auf changing-cities nachlesen.
        dass Radwege auch dazu dienen, dass sich Radfahrende und Kraftfahrende nicht in die Quere kommen: d’accord. wo ist das Problem?

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  2. Gabriele Köpke

    Radwege sind wie Pillen. Sie sollen die Symptome, nicht die Ursachen heilen.
    Radfahrer und Kraftfahrer und Fußgänger würden sich nicht kreuzen, wenn es keine Kreuzungen gäbe. Also jede Verkehrsart auf eine Etage. Noch sind wir nicht soweit. Unfälle passieren, weil Menschen zwar mit ihren Sinnesorganen sehr viele Informationen aufnehmen, aber nicht wie notwendig in der Geschwindigkeit auch verarbeiten kann. Das klappt bei ca. 2 – 12 km/h am besten. „Übersehen“ hat mehrere Gründe. U.a. eben die Datenverarbeitung im Kopf. Deshalb helfen nur weniger Autos, weniger Geschwindigkeit, Vorrang für Menschen. Siehe auch „Virus Auto“ von Hermann Knoflacher.

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