Update März 2022

Update der Unfallsteckkarte, Update Calendar-Chart 2022, Stand 1.4.2022.

Unfallentwicklung im März 2022

Für den März 2022 kamen 23 neue Einträge in die Datenbank. Damit reiht sich der abgelaufene Monat zwar über dem Niveau der bisherigen März-Bestwerte, aber dennoch insgesamt besser als der Durchschnitt in die Vorjahre ein, obwohl das durchgehend sonnige und verlässlich trockene Wetter beste Radfahrbedingungen bot. 

Jahresgang2022_monatlichEin gutes Drittel der Todesfälle (8 von 23) resultierte aus mutmaßlichen Alleinstürzen bzw. vorherigen gesundheitlichen Problemen der Gestürzten. Auch bei drei weiteren Ereignissen waren keine KFZ beteiligt: eine Pedelecfahrerin verstarb durch Frontalzusammenstoß mit einer anderen Radfahrerin auf einem innerörtlichen Radweg und zwei Tote gab es zudem nach Kollisionen mit dem Schienenverkehr.

jahresgang2022

In einem der beiden Bahnunfälle (22-040) passierte das Unglück an einem unbeschrankten Bahnübergang auf der Eisenbahnstrecke Kempten – Neu-Ulm in nur 1km Entfernung und nur wenige Tage nach dem gleichartigen Todesfall 22-036 von Ende Februar 2022.

bahnstrecke

Am Ort des ersten Unfalles (22-036) verunglückten in jüngerer Vergangenheit bereits 2016 und 2019 zwei Fußgänger tödlich. Es scheint zunächst, als ob die Ausstattung dieses Streckenabschnittes mit automatischen Schranken eine sehr gute Investition wäre. Allerdings gab es 2015 und 2021 etwas weiter südlich auf der selben Linie zwei weitere tödliche Unglücke mit Radfahrern (15-105 und 21-208), bei denen die Getöteten jeweils die vorhandene geschlossene Halbschranke ignoriert hatten. Wenn die auffällige Häufung solcher Unfälle auf dieser kurzen Strecke kein Zufall ist, dann muss es wohl neben den teilweise fehlenden Schranken noch eine örtliche Besonderheit beim Zugverkehr selbst auf dieser Strecke geben (wenige, aber dafür schnelle Züge?).

Unfälle mit KFZ

Im März 2022 gab es eine leicht unterdurchschnittliche Anzahl von insgesamt 12 fatalen KFZ-Kollisionen, vier davon mit LKW und acht mit PKW. Das insgesamt noch relativ gute Ergebnis liegt einmal mehr am innerörtlichen Bereich, wo ein neuer Bestwert zu verzeichnen war, während außerhalb geschlossener Ortschaften mit 8 Todesfällen doppelt so viele Einträge hinzukamen wie im bisher besten März (2016).

kfz2022Am 18.3. endete durch den vom Radfahrer verursachten Vorfahrtunfall in Berlin eine Serie von 25 Tagen am Stück ohne einen einzigen deutschen KFZ-Radtoten innerorts. Nur kurz darauf endete am 23.3. auch die seit 13.12. währende Periode von 102 Tagen am Stück ohne ein tödliches LKW-Rechtsabbiegerunglück in Deutschland. Beide Serien sind dabei wohl nicht nur dem puren Glück einer statistischen Laune zu verdanken, sondern vielmehr Resultat der im langfristigen Trend vor allem innerorts sich grundsätzlich bessernden Radverkehrs-Sicherheitslage. Dass dies der Fall ist, belegt auch der Vergleich des ersten Quartals mit den selben Zeiträumen der Vorjahre.

kfz2022_typen Im März kam es zu zwei tödlichen Auffahrunfällen mit KFZ. Wie üblich, ereigneten sich diese Unfälle auf übersichtlichen und eher schwach befahrenen außerörtlichen Strecken. Ebenfalls für solche Fälle nicht ungewöhnlich herrschte in beiden Fällen Dunkelheit. Im ersten Fall machte die auffahrende Autofahrerin geltend, dass sie zum Zeitpunkt der Kollision durch Gegenverkehr geblendet worden sei. Auf Pressebildern vom Unfallort ist das stark demolierte MTB gut zu sehen. Sofern es über eine der StVZO entsprechende Ausstattung mit Beleuchtung und nach hinten wirkenden Reflektoren verfügte, muss diese durch den Aufprall vollständig verloren gegangen sein. Im zweiten Fall war der PKW-Fahrer unter dem Einfluss von Alkohol unterwegs und versuchte sich durch Flucht seiner Verantwortung zu entziehen. Wie es der Polizei gelang, den Täter in relativ kurzer Zeit zu ermitteln, bleibt offen. Möglicherweise konnte der erst einige Tage später Verstorbene, der den ersten Berichten zufolge nur am Bein verletzt war, den Beamten selbst noch entscheidende Hinweise geben.

Rückblick 2021, Teil 3

Mit Veröffentlichung der Dezember-Statistik 2021 Mitte März steht die amtliche Anzahl der Verkehrsopfer für das vergangene Jahr nun fest. Demnach verstarben 372 Menschen als Fahrradnutzer, davon 129 mit einem Pedelec und 243 mit einem herkömmlichen Fahrrad. Wenngleich am Ende das lange unentschiedene Kopf-an-Kopf-Rennen mit dem nun weiterhin unangefochtenen führenden (und deutlich Radverkehrs-ärmeren…) Rekordhalter 2013 knapp verloren ging, sind beide Indexwerte im abgelaufenen Jahr gegenüber dem unmittelbaren Vorjahr stark gefallen und stellen das bislang zweitgünstigste Gesamtergebnis seit Einführung der amtlichen Verkehrsunfallstatistik vor über 70 Jahren dar. Insbesondere der Wert für die rein Muskel-getriebenen Räder beeinruckt, denn er stellt für diese Sparte mit sehr großem Abstand das bislang günstigste Ergebnis. Irgendwas scheint Deutschland entgegen allen Unkenrufen beim Radverkehr doch sehr richtig zu machen.

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