Update Oktober 2022

Update der Unfallsteckkarte, Update Calendar-Chart 2022, Stand 4.11.2022.

Unfallentwicklung im Oktober 2022

Mit 40 neuen Einträgen in die Datenbank verlief die Unfallerfassung im Oktober 2022 im Vergleich mit dem Mittel der Vorjahre nur knapp unterdurchschnittlich. Hierzu dürfte sicherlich auch die längere Periode mit spätsommerlich warmem und trockenem Wetter und die damit einhergehende verstärkte Radel-Aktivität beigetragen haben. Im Vergleich mit dem unmittelbaren Vorjahr erwies sich der Oktober 2022 allerdings mit 40 gegenüber 52 Todesfällen immer noch als deutlich ruhiger.

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Ein gutes Drittel der Todesfälle ging im Oktober auf das Konto von Alleinstürzen. Todesfälle mit dem Schienenverkehr gab es nicht, jedoch starb ein Radfahrer in München nach der Kollision mit einem Fußgänger, der unachtsam den Radweg betreten hatte.

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In der Jahresentwicklung bleibt es auch nach 10 Monaten beim bisher gewohnten zweigeteilten Bild: die insgesamt durchschnittliche Gesamtentwicklung resultiert aus ungewöhnlich vielen Alleinunfällen und einem weiterhin relativ regen Geschehen an außerörtlichen Unfällen mit KFZ einerseits und auffällig wenig Todesfällen mit KFZ-Gegnern innerorts andererseits.

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Unfälle mit KFZ

Im Oktober 2022 gab es insgesamt 25 Todesfälle mit fahrenden KFZ. Neben 13 beteiligten PKW und 10 LKW gab es je einen tödlichen Unfall zwischen Fahrrad und Traktor bzw. Kraftrad. Entsprechend dem allgemeinen Trend lag in der Mehrheit der Fälle der Unfallschauplatz im unbebauten Freiland.

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Obwohl im Oktober drei „Ü“-Typ-Unfälle sowie zwei LKW-Rechtsabbiegerunfälle registriert wurden, bleiben diese beiden unter meiner besonderen Beobachtung stehenden Hergangsvarianten aufs Gesamtjahr gesehen weiterhin ungewöhnlich seltene Ereignisse.

Zum ersten mal in diesem Jahr kam es zu einem Ramm-/Streifunfall innerorts. Ein LKW-Führer überholte im niedersächsischen Dorf Schapen einen Radfahrer und scherte wegen Gegenverkehrs zu früh wieder nach rechts ein. Die Unfallstelle liegt allerdings schon relativ dicht vor dem Ortsausgang, zudem herrschten kurz vor Sonnenaufgang und bei östlicher Fahrtrichtung sehr ungünstige Sichtverhältnisse.

Einer der beiden LKW-Rechtsabbiegerunfälle geschah ungewöhnlicherweise in einer Straße ohne dezidierte Radverkehrsanlage. Obwohl es nicht gänzlich auszuschließen ist, dass sich bisweilen auch ein 85-Jähriger bei roter Ampel auf der Fahrbahn rechts neben einen wartenden LKW verirrt und dann bei Grün vom gleichzeitig anfahrenden rechtsabbiegenden LKW erfasst und überrollt wird, deutet in diesem Fall der erste Anschein darauf hin, dass auch diese Kollision dadurch verursacht wurde, dass der Radfahrer nicht auf der Fahrbahn fuhr, sondern wohl den Gehweg und die tief in die Nebenstraße gezogenen Fußgängerfurt benutzt hat. Für diesen Hergang spricht insbesondere der Standort des beteiligten LKW ca. 20 m in der Nebenstraße.

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Am letzten Tag des Oktober kam es in Berlin zu einem Unglück, das bundesweit für höchste Aufregung auf allen Kanälen sorgte. Ein Betomischer rammte und überrollte auf der Bundesallee eine Radfahrerin, die drei Tage später im Krankenhaus ihren schweren Verletzungen erlag. Da die Radlerin zunächst unter dem LKW eingeklemmt war, wurde ein Spezialfahrzeug der Feuerwehr zur Bergung angefordert. Dieses Fahrzeug blieb jedoch in einem Stau stecken, der vermeintich durch die Aktion einiger Klimaschutzaktivisten ausgelöst worden war. Im Getöse um das Mitverschulden der Aktivisten am Tod der Radfahrerin ging in der Berichterstattung leider die Erörterung des genauen Unfallhergangs unter. Erschwerend für eine genaue Analyse kommt hinzu, dass die Bundesallee grundsätzlich über einen benutzungspflichtigen Radweg verfügt. Auch dieses Detail dürfte das Interesse der Öffentlichkeit am genauen Unfallhergang gedämpft haben (je nach verkehrspolitischer Grundeinstellung sei entweder die Radfahrerin selber schuld oder aber die für die unbequeme Linienführung des Radweges zuständige Verkehrsplanung des Senats verantwortlich gewesen). Meinem Eindruck der veröffentlichten Unfallfotos nach beruht der Zusammenstoß auf einem Fehler beim Spurwechsel zum Linksabbiegen. Die Kollision geschah zentral im dritten Fahrstreifen von rechts kurz vor der 2+2 Y-Gabelung der an dieser Stelle vierspurigen Bundesallee. Da die Radfahrerin mit voller Wucht von der gesamten Front des LKW erfasst sein muss, kann es sich jedenfalls nicht um ein dank Unterschreitung der geforderten seitlichen Mindestabstände gescheitertes Überholmanöver gehandelt haben.

 

Ein Gedanke zu „Update Oktober 2022

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